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I recently saw the film “Capote” and remembered this picture. For a long time I thought this was a photograph of Truman Capote, but I was mistaken. This is Quentin Crisp at a Gay Pride Day parade in Baltimore Maryland in 1986. I haven’t read either one of these men’s books and perhaps that is the reason I confused them easily.

Truman Capote was a celebrated writer even before he researched and wrote his famous “In Cold Blood”, but this book evidently not only made him one of America’s foremost writers, but it also brought about his personal demise. If one were to believe a Hollywood film as even coming close to telling a real story about a real person, the process of writing “In Cold Blood” took a heavy toll on the author.

Capote was both fascinated and perhaps even enamored with his main subject, the murderer of a whole family in rural Kansas, but he also utilized him and coerced him to divulge not only his account of the murders, but also some of his innermost feelings. He behaved as a generous friend in order to get closer to the death row prisoner, and also to get juicy material for his book, which evidently was very difficult to finish. Capote became haunted by his own intellect in face of that of the inmate, his feelings toward him, and perhaps his exploitations of the situation for his personal glorification and gain.

As a photographer who documents mostly my own personal life and that of my friends, I am often torn about how much I can see, how much I can record, and how much I can eventually show and talk about. I make a special effort to be respectful and kind to the subjects of my photographs, but even then, it is inevitable that some of them may be the subject of stereotypes and/or prejudices of other people. In that case, should I refrain from taking and showing these pictures? And if not, do the subjects themselves agree or approve of the way I captured them or of the stories I may tell about them, or of the other photographs or images they may find themselves in the company of?

By excluding someone simply because they MAY fit a particular undesirable stereotype, am I not an accomplice in judging them? Am l agreeing that yes, they could be judged or misjudged, confirming their undesirableness, and therefore I should protect them? If I took photographs of all the teenagers in a classroom, but only showed the “beautiful” ones for fear of exploiting the state of difference of the excluded, how can I explain to them their absence from the group?

“Sorry, you’re not as beautiful as the others. Your forehead is too large, your mouth is crooked, and your skin is full of imperfections. I want to protect you from the derision of others, therefore I am keeping you out.”

OR

“You’re equal among all. You may not think of this photograph as a flattering image of yourself, but you are a part of the group, and I treated you the same as all the others.”

(written January 2006)

mondolucien flickr


Deutsch

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Vor Kurzem sah ich den Film „Capote“ und erinnerte mich an dieses Bild. Ich dachte lange, es sei ein Foto von Truman Capote, aber da lag ich falsch. Es ist Quentin Crisp bei einer Parade am Gay Pride Day 1986 in Baltimore, Maryland. Ich las von keinem der beiden je ein Buch, was vielleicht der Grund ist, dass ich sie so einfach verwechselte.

Truman Capote war bereits ein gefeierter Schriftsteller, noch bevor er anfing, für sein berühmtes Buch „In Cold Blood“ zu recherchieren, aber dieses Werk machte ihn nicht nur zu einem von Amerikas bedeutendsten Autoren, sondern verursachte auch seinen Niedergang. „In Cold Blood“ zu schreiben forderte einen hohen Tribut von ihm, zumindest wenn man annimmt, dass ein Hollywood-Film der Wahrheit über eine reale Person auch nur nah kommen kann,

Capote war fasziniert von dem Mann, der im Zentrum seiner Recherche stand, und möglicherweise auch verliebt in ihn, den Mörder einer ganzen Familie auf dem Land in Kansas, aber Capote benutzte ihn auch und zwang ihn, nicht nur den Tathergang preiszugeben, sondern auch seine innersten Gefühle. Er verhielt sich dem Todeskandidaten gegenüber wie ein wohlwollender Freund, um ihm näher kommen und pikantes Material für sein Buch sammeln zu können, mit dessen Beendigung er offenbar große Schwierigkeiten hatte. In Konfrontation mit dem Intellekt des Gefängnisinsassen fühlte sich Capote von seinem eigenen Intellekt heimgesucht und auch von seinen Gefühlen für den Mann und der Tatsache, dass er die Situation für seinen eigenen Ruhm und Gewinn ausnutzte.

Als Fotograf, der hauptsächlich sein eigenes Leben und das seiner Freunde dokumentiert, bin ich häufig hin- und hergerissen, wie viel ich sehen kann, wie viel ich aufnehmen kann und wie viel ich im Endeffekt zeigen und besprechen kann. Ich bemühe mich, die Menschen, die ich fotografiere, respektvoll und freundlich zu behandeln, aber trotzdem ist es unvermeidlich, dass andere Leute sie als Stereotypen sehen oder ihre Vorurteile auf sie anwenden. Sollte ich es in so einem Fall unterlassen, diese Bilder zu machen und zu zeigen? Und wenn nicht, sind die abgebildeten Personen einverstanden mit der Art, wie ich sie ablichtete, oder den Geschichten, die ich möglicherweise über sie erzähle, oder den anderen Bildern, in deren Gesellschaft sie sich befinden?

Bin ich nicht ein Komplize in der Verurteilung, wenn ich jemanden außen vor lasse, nur weil er MÖGLICHERWEISE einen bestimmten unerwünschten Stereotypen bedient? Stimme ich zu, dass sie be- oder verurteilt werden könnten, was bestätigen würde, dass sie unerwünscht sind, so dass ich sie beschützen sollte? Wenn ich Fotos von allen Teenagern in einem Klassenraum machen würde, aber nur die „schönen“ zeigen würde, aus Angst, die Andersartigkeit der Ausgeschlossenen auszunutzen, wie könnte ich ihnen ihr Fehlen erklären?

„Tut mir leid, aber Du bist nicht so schön wie die anderen. Deine Stirn ist zu hoch, Dein Mund schief und Deine Haut einfach nicht perfekt. Ich möchte Dich vor dem Spott der anderen beschützen, deshalb lasse ich dich draußen.“

ODER

„Du bist allen anderen gleichwertig. Du magst dieses Foto nicht für ein schmeichelhaftes Bild von Dir halten, aber Du bist Teil der Gruppe und ich habe Dich behandelt wie alle anderen.“

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